Richtfeuer Gnageland (Mánków)

Home  |  Nordsee  |  Ostsee  |  Seezeichen  |  Binnen  |  Themen  |  Verweise

 

 

Typ: Unterfeuer Unterfeuer Gnageland
Internationale Nr. C2728
Koordinaten: 53°37'04,4" N - 14°35'38,8" E
Kennung: Ubr W,  (Oc(2) W 8s)
Turmhöhe: 15 m
Feuerhöhe: 17 m
Richtfeuerlinie: 141,6°
Tragweite: 12,5 sm, (heute 7 sm)
Inbetriebnahme: 1926
Foto: Archiv WSA Ostsee
Der weiße, zylindrische Stahlturm mit runder Laterne, zwei Galerien und kegelförmigem Kupferdach mit Abzugshaube wurde 1926 am Ostufer des Papenwassers, dem Mündungsarm der Oder bei Stettin, zwischen der kleinen Mankow-Bucht und Gnageland errichtet. Der Unterbau besteht aus einem auf Pfählen gegründeten, rechteckigen Betonsockel. Der Oberbau besteht aus einem zylindrischen Turmschaft mit 3 mm starkem Blechmantel und einer zweistöckigen Laterne, die einen unteren, ringsum laufenden und einen oberen, vor dem Laternenfenster über 90° sich erstreckenden Umgang besitzt.
Im Turmschaft befinden sich zwei Zwischendecken. Als Leuchte des Unterfeuers diente anfangs eine bis zum Katadiopter K. ausgebaute Linse mit einer Brennweite von 250 mm und ein Flüssiggasbrenner mit Hängeglühstrumpf. Der Brenner wurde mit einem Brenndruck von 1500 mm Wassersäule betrieben und verbrauchte cirka 35 l/h Gas bei festem Licht. Zusammen mit einem Kugelspiegel wurde eine Lichtstärke von rund 40.000 Hefnerkerzen erzeugt. Am Turmfuß waren beiderseits des Turmsschachtes zwei große Gasvorratsbehälter angebracht, die auf Betonsockeln gelagert waren. Das Flüssiggas wurde in Stahlflaschen angeliefert und in die Vorratsbehälter überfüllt. Da in den Kesseln ein höchster Betriebsdruck von rund 10 Bar vorherrscht, ging das Flüssiggas hierbei wieder in den gasförmigen Zustand über. . Die Größe der der beiden Kessel war so bemessen, dass der in ihnen gespeicherte Gasvorrat für vier bis fünf Wintermonate ausreichte.
Typ: Oberfeuer Oberfeuer Gnageland
Internationale Nr. C2728.1
Koordinaten: 53°36'29,0" N - 14°36'25,8" E
Kennung: Ubr W,  (Oc(2) W 8s)
Turmhöhe: 31,90 m
Feuerhöhe: 34 m
Richtfeuerlinie: 141,6°
Tragweite: 16 sm, (heute 7 sm)
Inbetriebnahme: 1926
Foto: Archiv WSA Ostsee

Die weiße, dreiseitige Stahlgitterbake mit einem in der Mitte stehenden Treppenrohr mit einem Durchmesser von 1,5 m, schwarzer, runder Laterne aus Eisenblech, zwei Galerien und kegelförmigem Kupferdach mit Abzugshaube wurde im Forst Stepenitz rund 1390 m südöstlich vom Unterfeuer errichtet. Der Stahlgitterturm mit dem Treppenrohr wurde auf Betonsockeln in Pfahlbauweise gegründet.

Um eine Verschiebung der drei Auflager zu verhindern, wurden die drei Ecksockel unter sich und mit dem Mittelsockel durch kräftige Stahlbetonbalken verbunden. Der Stahlgitterturm mit dem Treppenrohr wurde auf Betonsockeln in Pfahlbauweise gegründet. Um eine Verschiebung der drei Auflager zu verhindern, wurden die drei Ecksockel unter sich und mit dem Mittelsockel durch kräftige Stahlbetonbalken verbunden.
Zur Erhöhung der Standsicherheit des Bauwerkes und zur Aufnahme der aus dem Winddruck herrührenden wagerechten Auflagerkräfte hat man die Torfschicht durch eine Sandschüttung ersetzt, die bis zur Oberkante der Versteifungsbalken hochgeführt und abgepflastert wurde. Sie bewirkt gleichzeitig einen gewissen Schutz des Betons der Sockel gegen Moorsäure. Zur endgültigen Sicherung gegen Moorsäure wurde der Beton bis zur Geländehöhe von einer Asphaltbleidichtung umgeben.
Auf der dreiseitigen Stahlgitterbake wurde eine zweistöckige Laterne aus Stahlblech montiert, die durch einen Leiterschacht zugänglich ist. Dieser ist durch zwei Dehnungsfugen in drei Schüsse unterteilt. Die Dehnungsfugen sind durch kupferne Wulstringe überdeckt, um unzulässige Beanspruchungen des Leiterschachtes und der Pfosten zu verhindern, falls sich bei plötzlichen Temperaturänderungen die Stahlteile des Gerüstes schneller abkühlen oder erwärmen als die des Leiterschachtes, die wegen der warmen oder kalten Luft im Leiterschacht diesem Temperaturwechsel nicht so schnell folgen können.

Fundament des Oberfeuers Gnageland

Die Leuchte des Oberfeuers besteht aus einer Linse mit einer Brennweite von 250 mm, die bis zum katadioptrischen Ring K6 ausgebaut ist. Als Lichtquelle diente zunächst ein Flüssiggas-Hängeglühlichtbrenner, der mit einem Brenndruck von 1500 mm Wassersäule betrieben wurde. Die Lichtstärke des weißen Festfeuers betrug rund 80.000 Hefnerkerzen. Um einer Verwechslung mit dem Topplicht eines Dampfers auszuschließen änderte man das Festfeuer 1928 in ein unterbrochenes, mit dem Unterfeuer gleichgängiges Feuer, das von 140° bis 143° sichtbar war.
Der Feuerabstand zwischen Unter- und Oberfeuer ist durch die vom Richtfeuer zu fordernde Schärfe gegeben, die Feuerhöhe des Oberfeuers aus den Bedingungen für die Größe des senkrechten Gesichtswinkels errechnet worden. Um ein Verdecken des Oberfeuers durch die Bäume zu verhindern, wurde durch den Wald in der Richtlinie eine Schneise geschlagen.
Die Kennung des Gnageland-Unterfeuers  wurde durch einen gewöhnlichen Blinker erzeugt und durch eine besondere Einrichtung auf das Oberfeuer übertragen. Diese Einrichtung bestand aus einem Quecksilberkippröhrchen am Unterfeuer, einem mit diesem durch Kabel verbundenen Elektromagnetventil am Oberfeuer und einer Stromquelle. Das Quecksilberkippröhrchen war mit der Membran des Blinkers so verbunden, dass bei den Bewegungen der Membran das Kippröhrchen den Stromkreis schloss, wenn der Blinker die Gaszufuhr zum Brenner absperrte, und den Strom dann öffnete, wenn der Blinker die Gaszufuhr freigab. Im Augenblick des Stromschlusses sperrte das Elektromagnetventil die Gaszufuhr zum Brenner des Oberfeuers, im Augenblick der Stromöffnung gab das Ventil die Gaszufuhr wieder frei. Als Stromquelle diente eine kleine Akkumulatorenbatterie. Bei Störungen in der Verbindungsleitung beider Feuer oder in der Stromquelle wurde das Elektromagnetventil des Oberfeuers nicht betätigt, die Gaszufuhr zum Brenner also nicht unterbrochen, das Oberfeuer zeigte in diesem Fall eine Festfeuerkennung. Um am Tag Gas zu sparen wurden die Hauptflammen beider Feuer durch Zünd- und Löschuhren gesteuert.
Unter- und Oberfeuer bilden zusammen das Gnageland-Richtfeuer, das die Mittellinie der Haffrinne und des neuen Papenwasser-Durchstichs markiert. Das Richtfeuer Gnageland kennzeichnet das Fahrwasser für die vom Stettiner Haff kommenden Schiffe in Richtung Papenwasser bzw. Oder. Das Papenwasser ist eine acht Kilometer lange Ausmündung der Oder in das Stettiner Haff.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet Polen zugesprochen und die Richtfeuerlinie Gnageland in Mánków umbenannt. Die Leuchtfeuer sind mittlerweile elektrifiziert, die Gastanks wurden abgebaut und beide Laternen sind heute rot lackiert.
In der Mankow-Bucht ging am Südende des Papenwassers die Fahrrinne von der Gnageland- in die Schwabach-Richtlinie über. Der Übergang wurde von 1927 bis 1931 durch das mit Flüssiggas betriebene Quermarkenfeuer Mánków bezeichnet. Dieses markierte durch einen roten Sektor die Krümmung der Fahrrinne.
Richtfeuerlinie Gnageland

 

 

Impressum/a>

Sitemap

Leuchtfeuer-Datenbank