Leuchtturm Campen

Home  |  Nordsee  |  Ostsee  |  Seezeichen  |  Binnen  |  Themen  |  Verweise

 

 

Typ: Leitfeuer

Leuchtturm Campen Leuchturm Campen - Laternenhaus

Position: 53° 24' 21'' N - 07° 00‘ 56'' E
Nummer: B 0983
ARLHS FED-004
Kennung: F W 126,8°-127,1°

Fl W 5s  0,7+(4,3) s  126,3°-126,8°

Fl (4) W 15s

0,7+(2,3)+0,7+(2,3)+0,7+(2,3)+0,7+(5,3) s  127,1°-127,6°

Bauwerkhöhe: 65,3 m
Feuerhöhe: 62 m
Optik: Präzisionssektorenfeuer
Tragweite: weiß 30 sm
Betriebszeit: 01.10.1891 -
Fotos: Oktober 2008

Der höchste Leuchtturm Deutschlands wacht an der Emsmündung in Campen. Man nennt ihn auch "Eiffelturm der Nordsee". Er sorgt, dass die Schifffahrt ohne Havarie sicher durch das Randzelgat in den Emdener Hafen findet. Der rote Stahlfachwerkturm mit dem weißen Treppenrohr in der Mitte trägt eine rote Laternenkammer mit grünem Dach und zwei Galerien.
Für die Fundamente der drei Pfeiler des Turmes und des verkleideten Treppenschachtes wurden vier eiserne Brunnenschlingen durch den Lehm bis auf festen Steinboden getrieben. Auf diese wurde das Fundamentbauwerk gesetzt, das den 300 Tonnen schweren Turm trägt. Denn der muss in seinen Verankerungen Zugkräfte durch Sturmund Wind von bis zu 135 Tonnen verkraften.
Der Leuchtturm wurde von der Gute-Hoffnungshütte in Oberhausen mit einer Brunnengründung gebaut. Die Stahlskelettkonstruktion vereint hohe Tragfähigkeit mit Elastizität und geringem Gewicht.
In dem dreigeschossigen Laternenhaus waren früher ein Vorratsraum, ein Wohnraum und darüber der Laternenraum untergebracht. Im Maschinenhaus befindet sich der älteste noch funktionsfähige Dieselmotor in Deutschland. Er wurde 1906 von MAN gebaut. Mit 17 Liter Hubraum und 20 PS trieb er einen Gleichstromgenerator an.
Der Leuchtturm zeigte zunächst zwei Leitfeuer mit je zwei seitlichen Warnsektoren für das Randzelgatt und die Emshörnrinne an. Das Leitfeuer war mit einer 2,16 m hohe Gürtelleuchte und Otterblenden als Kennungsgeber.  Als Lichtquelle dienten zunächst Kohlebogenlampen mit senkrechter Kohlestellung, nach 1930 Glühlampen (2000W/30V). In den 1950er Jahren erfolgte die Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz.
1976 wurde die gesamte Leuchtfeuereinrichtung ausgebaut und im Maschinenhaus mit dem alten Stromaggregat von 1906 in betriebsbereitem Zustand als Anschauungsobjekt aufgestellt.
Heute hat der Turm ein Präzisionssektorenfeuer mit einem Öffnungswinkel von nur 0,3 Grad. Das Licht erzeugt eine Hochdruck-Xenonlampe (XBO 2000W). Mit einer Lichtstärke von 4,5 Millionen Candela gehört er zu den stärksten Leuchtfeuern in Deutschland.

 Der Lichtstrahl des Leitfeuer führt die einkommenden Schiffe sicher durch das Dukegat. In der Mitte des Fahrwassers sieht der Schiffsverkehr ein festes weißes Licht, bei Abweichung nach Backbord oder Steuerbord aber unterschiedliche Blitzgruppen.
Als Leuchtfeuer und Seezeichen ist der Turm dem Wasser- und Schifffahrtsamt Emden unterstellt und wird von der Touristik GmbH Krummhörn gerne als touristische Attraktion angepriesen. Der Leuchtturm Campen kann von Mitte März bis Ende Oktober nachmittags regelmäßig besichtigt werden. Über 320 Treppenstufen kommt man auf die Aussichtsplattform, die rundum vergittert ist.
Zwar wird die Schifffahrt längst über satellitengestützte Navigationssysteme gelenkt, aber das Leuchtfeuer funktioniert auch noch bei einem elektronischen Totalausfall. Außerdem wird der Turm noch für Richtfunkstrecken genutzt und empfängt mit Hilfe einer Antenne ein automatisches Identifikationssystem von Schiffen, das Position, Kurs und Fahrtziel an die Verkehrszentrale an der Knock sendet.

Öffnungszeiten

 

 

 

Impressum

Sitemap

Letzte Änderung: 16.04.2012