Leuchtturm Kap Arkona

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Der alte Schinkelturm

Typ:

Orientierungsfeuer

Kap Arkona Schinkelturm

Position: 54°40'47" N, 13°25'57" E
Kennung: F WR
Bauwerkhöhe: 21 m
Feuerhöhe: 63 m
Optik: 17 später 23 Parabolspiegel
Tragweite: weiß 8 sm, rot
Betriebszeit: 01.01.1828 - 31.03.1905
Foto: Mai 2008

Am nördlichsten Punkt der Ostseeinsel Rügen liegt das Kap Arkona. Hier wurde im 17. Jahrhundert für die Schiffe ein Leuchtfeuer eingerichtet, dass später durch eine Feuerbake ersetzt wurde. 1825 entstanden erste Bauskizzen des Berliner Baumeisters Karl-Friedrich Schinkel zu dem Backsteinturm. Am 5. Mai 1826 fand die feierliche Grundsteinlegung des Schinkelturms statt. Auf dem quadratischen, dreigeschossigen Gemäuer wurde eine 23 eckige Glaslaterne mit Kupfer gedecktem Kegeldach montiert. Aus 17 Fenstern strahlte je ein Parabolscheinwerfer mit weißem Licht. Den Beleuchtungsapparat stellte der Goldschmiedemeister Hossauaer aus Berlin her. Die Leuchte bestand aus 17 versilberten kupfernen Parabolspiegeln, in deren Brennpunkt sich je ein Ölbrenner mit Rüböl befand. Die Spiegel waren an Metallringen in 2 versetzten Reihen angeordnet. Im Jahre 1872 wurde das Leuchtfeuer um 6 nach Süden strahlende Lampen mit rotem Glas ergänzt. Sie warnten vor der südlich gelegenen Trommer Wiek, einer steinigen Bucht. 1873 wurden die Brenner auf Petroleum umgestellt. 1905 wurde der alte Schinkelturm direkt daneben durch den  höheren Leuchtturm ersetzt.

Der Leuchtturm ist nach dem Travemünder Leuchtturm der zweitälteste Leuchtturm an der Ostseeküste und steht unter Denkmalschutz. Seit seiner Renovierung im Jahr 1992 ist das Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich. Man erlangt die Aussichtsplattform über die original erhaltene, gusseiserne Treppe. Von hier aus hat man einen phänomenalen Ausblick über die ganze Halbinsel Wittow und bei klarem Wetter bis hin zur dänischen Insel Moen. Der Schinkelturm ist das nördlichste Standesamt Mecklenburg-Vorpommerns, das seit einigen Jahren Paare aus ganz Deutschland in romantischem Ambiente traut. Die hier geschlossene Ehen werden durch eine kleine Tafel im Boden vor dem Turm verewigt.

Der neue Leuchtturm Kap Arkona

Typ:

Orientierungsfeuer

Leuchtturm Kap Arkona
Position: 54°40'47" N, 13°25'58" E
Nummer:

C2592

Kennung: Fl (3) W 17s
Bauwerkhöhe: 35 m
Feuerhöhe: 75 m
Optik: Scheinwerferlinse
Tragweite: weiß 22,5 sm Festfeuer mit rotem Sektor
Betriebszeit: 01.04.1905 -
Foto: Mai 2008

Der neue sechsgeschossige, 35 m hohe Klinkerturm wurde direkt neben dem alten Turm auf einem achteckigen Granitunterbau errichtet, auf dem eine zweigeschossige Laterne mit zwei Umgängen und einem kupfernen Kegeldach montiert wurde. Als technisch einmalig gilt das quecksilbergelagerte Drehlinsen-Blitzfeuer, dass anfangs noch mit einer Öllichtquelle betrieben wurde. Später wurde sie durch zwei Kohlebogenlampen und 1995 gegen eine Halogenmetalldampflampe ausgetauscht. Das weiße Licht ist durch davor angeordneten Fresnelschen Linsen 22 Seemeilen weit sichtbar. Das bisherige Quecksilberlager wurde durch ein Kugellager ersetzt.

Außerhalb der Laterne sind drei seitlich montierten 100-Watt Vogelschutzlampen angebracht, damit sich die durch das Feuer geblendeten Vögel besser orientieren können und nicht gegen den Turm prallen.

Beide Leuchttürme und das angrenzende Leuchtturmwärterhaus wurden zwischen 1990 und 1994 saniert und sind heute viel besuchte Touristenziele auf Rügen. Im Leuchtturmwärterhaus finden wechselnde Sonderausstellungen zur Schifffahrtsgeschichte und zum Seenotrettungswesen statt. Im alten Leuchtturm befindet sich heute ein Museum.

Auf jedem Turm befindet sich eine Aussichtsplattform, von welchen man einen ungehinderten Blick über Rügen und insbesondere die Halbinsel Wittow hat. Die Nebelsignaleinrichtung befindet sich in der Nähe des nördlichen Punktes des Kaps. Die Kompressoren und das Nebelhorn stammten aus der Maschinenfabrik Otto Lilienthals.

Der alte Schinkelturm und der neue Leuchtturm Arkona wurden zusammen auf einer 35 Pfennig Briemarke der DDR abgebildet.

Marinepeilturm

In der Nähe der Jaromarsburg steht der dritte Turm, der Marinepeilturm. Der ehemalige Marinepeilturm wurde 1927 in Ziegelbauweise errichtet und diente der Reichsmarine als Seefunkfeuer. Von 1911 bis 1925 waren entsprechende, damals wegweisende Versuche vorausgegangen, durch die Abstrahlung gerichteter Funkwellen die Navigation – speziell für die 1909 eingerichtete Eisenbahn-Fährlinie Sassnitz–Trelleborg – zu verbessern. Zu diesem Zweck waren innerhalb der Jaromarsburg große Antennenfelder errichtet worden. Die Fundamente der dazugehörigen Funkbetriebsstelle sind im Innenraum der Wallanlage bis heute erhalten. Die technischen Einrichtungen des Peilturms wurden 1945 zerstört. Heute wird der 1996 als Denkmal restaurierte Marinepeilturm von verschiedenen Kunsthandwerkern als Kunstmuseum und Atelier genutzt.
Putgartens Gemeindevertreter haben sich für den Umbau und die Sanierung der ehemaligen Marinesignalstation sowie des dazugehörigen Nebengebäudes ausgesprochen und per Beschluss einen entsprechenden Fördermittelantrag beim Landkreis Rügen auf den Weg gebracht. Das „Künstlerhaus am Kap” und das benachbarte Atelierhaus sollen über die Richtlinie für die Förderung der integrierten, ländlichen Entwicklung in den kommenden zwei bis drei Jahren umgebaut und einer touristischen Nutzung zugeführt werden. Die Kosten für beide Projekte belaufen sich auf knapp 600.000 Euro — bei einer Förderung von 95 Prozent.
Bereits seit einigen Jahren wird die ehemalige Marinesignalstation — das heutige „Künstlerhaus am Kap” — von bildenden Künstlern genutzt. Ein Umbau des Hauses ermöglicht im Erdgeschoss bessere Gestaltungsmöglichkeiten für die Nutzer. Im Obergeschoss sind Funktionalräume, wie Werkstätten und ein Lager angeordnet. Zu einer festen Tradition sind mittlerweile Workshops der Künstler, die vor Ort untergebracht werden müssen, geworden. Daher sollen durch einen geplanten Umbau des Dachgeschosses auch zwei zusätzliche Appartements sowie ein Gemeinschaftsraum geschaffen werden. An das Gebäude anschließen wird sich ein separates Treppenhaus. "Zeugnisse historischer Siedlungsentwicklung" werden erhalten und einer sinnvollen Nutzung im Verbund mit den Veranstaltungen am Kap und auf dem Rügenhof zugeführt. Das Haus bietet viel Platz für eine künstlerische Entfaltung. Ausstellungen und Workshops sollen hier verstärkt angeboten werden. Eigentümer der Gebäude ist der Förderverein Kap Arkona.

Marinepeilturm Kap Arkona

Marinepeilturm an der Steilküste Kap Arkona

 

 

 

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Letzte Änderung: 24.06.2011