Leuchtturm Travemünde

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Der alte Leuchtturm Travemünde

Typ:

Orientierungsfeuer

Alter Leuchtturm Travemünde

Position: 53°57'44" N - 10°52'51" E
ARLHS: FED 241
Kennung: F, Fl 3 s, Fl (2) 9s
Bauwerkhöhe: 31 m
Feuerhöhe: 30,6 m
Optik: zylindrischer Hohlspiegel mit Otterblenden
Tragweite: weiß 21 sm
Betriebszeit: 1539 - 07.04.1972
Foto September 2012

Der alte Leuchtturm Travemünde wurde 1539 von holländischen Maurern gebaut und hatte vermutlich zuerst ein offenes Kohle- und Holzfeuer. Später erfolgte der Einbau von Hanföllampen vor vergoldeten Hohlspiegeln, die 1903 durch elektrische Kohlenbogenlampen, mit Parabolspiegeln ersetzt wurden. 1937 wurde zur weiteren Verbesserung der Sichtweite des Feuers ein Parabolzylinderspiegel zur Lichtbündelung und Otterblenden als Kennungsgeber eingebaut.

Der alte Leuchtturm Travemünde ist der älteste Leuchtturm an der deutschen Ostseeküste. Er wurde 1922 technisches Kulturdenkmal und seht unter staatlichem Denkmalschutz. 1972 musste sein Leuchtfeuer ausgeschaltet werden, da der Hochhaus-Neubau am Strand von Travemünde den Turm abdeckte. Seitdem trägt das Maritim-Hochhaus im obersten Geschoss das Leuchtfeuer.
Der alte Leuchtturm von Travemünde beherbergt heute auf acht Geschossen ein Schifffahrtszeichen-Museum, das Einblick in die Geschichte der Leuchtfeuertechnik gibt.
142 Stufen führen in die obersten Etage, wo man die noch funktionsfähige Anlage mit 1000-Watt-Glühbirnen bewundert werden. Am Turm erinnert eine Hochwassermarke an das schwere Ostseesturmhochwasser von 1872, das Travemünde heftig zusetzte. Von der Aussichtsplattform hat einen schönen Ausblick auf den Skandinavienkai und über die Lübecker Bucht. Besichtigung: Mitte März bis Ende Oktober.

Geschichte

Das Leuchtfeuer in Travemünde wird in dem Freibrief von Kaiser Friedrichs II. zwar als "signum" ausdrückt, doch es gilt als sicher, das mit "signum" nur ein Leuchtfeuer gemeint sein konnte. Dieses wies Admiral Schultz in seinem Brief vom Standpunkt des Seemannes überzeugend nach. Dies wohl um so mehr, als in dem Vertrag vom Jahre 1320 Graf Johann von Holstein die Festung Travemünde mit Bohlwerk und Leuchtturm der Stadt Lübeck abtritt. Dieser Angabe des damals vorhandenen Leuchtfeuers entspricht der Aufzeichnung in dem ältesten Lübecker Kämmereibuch von 1316 bis 1338, welche das Gehalt des Wärters der Leuchte zu Travemünde angibt. 

Aus einem anderen Dokument geht hervor, dass zu dieser Zeit Lichte gebrannt wurden, welche die Stadt Lübeck zu liefern hatte. Es scheint, dass diese Art der Befeuerung weit zurückreicht und sich lange erhielt, auch den damaligen Ansprüchen genügte, denn in dem der Zeit nach nächsten Schriftstück, das sich im Lübecker Archiv befindet und welches in einer Reisebeschreibung von 1710 den Travemünder Leuchtturm beschreibt, sah der Reisende auf dem Turm noch den eisernen Armleuchter für 12 Lichte, welche nach der Aussage des Wärters früher gebrannt worden waren und Wachskerzen gewesen sein sollen. Zu der Zeit dieses Besuches wurden dagegen schon Öllampen verwendet. Es waren zwei Scheinwerfer von einem Fuß Durchmesser vorhanden, vor denen je zwei Lampen mit je 2 Dochten brannten, die nur alle 5 bis 6 Stunden "geschürt" wurden. Wir erfahren auch bei dieser Gelegenheit, dass diese Leuchte 1537 wieder hergestellt wurde, nachdem der Turm 1534 von dem Holsteinern zerstört worden war.

Dass die oben erwähnten 12 Kerzen, wie die zwei Scheinwerfer mit vier Lampen eine für die damaligen Ansprüche genügende Sichtweite ergaben, erklärt sich daraus, dass das Travemündener Feuer nur einen kleinen Winkel zu erleuchten hat. Er beträgt auch heute nur 62 Grad, für die heute nur drei Parabole vorhanden sind.

Maritim-Hochhaus

Typ:

Orientierungsfeuer

Sektorenfeuer Travemünde
Internationale Nr. C1360
Deutsche Nr. 206500
Position: 53°57'44" N - 10°52'54" E
ARLHS: FED 276
Kennung: Fl WR 4s   [0,1+(3,9) s]
Sektoren: R 165°-214°, W -234°, R -245°
Bauwerkhöhe: 118 m
Feuerhöhe: 114,70 m
Optik: Gürtellinse und Spiegel-Drehfeuer
Tragweite: weiß 19 sm, rot 15 sm
Betriebszeit: 30.04.1974 -
Foto: September 2012

Nach der Fertigstellung des Hotels Maritim wurde in dessen Dachgeschoss ein neues Leuchtfeuer eingerichtet. Bei diesem Feuer wurde wieder einmal auf das alte Parabolspiegel-Prinzip zurückgegriffen. Unter einer Gürtellinse für Farbsektoren befindet sich ein Drehfeuer. Vier jeweils um 90° versetzte Parabolscheinwerfer rotieren auf einer Plattform mit einer Umdrehzeit von 8 Sekunden. Da jeweils nur zwei gegenüber liegende Scheinwerfer eingeschaltet sind, erscheint alle 4 Sekunden ein Blitz. Die beiden anderen Scheinwerfer sind als Reserve vorgesehen. Der 20 Grad breite weiße Sektor markiert das sichere Fahrwasser, derweil die beiden roten Sektoren die gefährlichen Regionen anzeigen, wo eventuelle Untiefen drohen. Am 30. April 1974 wurde das Feuer in 114 m Höhe gezündet und ist seitdem das höchste Leuchtfeuer in Europa. Das Travemünder Leuchtfeuer ist das einzige Leuchtfeuer in Deutschland, dass vom Wartungspersonal mit dem Fahrstuhl zu erreichen ist. Sie brauchen nur wenige Stufen steigen.

 

 

 

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