Messstation Accumersieler Balje

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Typ: Warnfeuer Im Außenbereich der Accumersieler Balje – dem Tideeinlass zwischen den Ostfriesischen Inseln Langeoog und Baltrum – wurden seit dem Jahr 2000 Dichtegradienten im Wattenmeer und Zeitreihen hydrographischer Parameter gemessen.
Der Aufbau dieser Messstation bestand aus einem gelben Stahlpfahl mit einem Durchmesser von 0,40 m, der nahe der 3-m-Niedrigwasserlinie mehrere Meter tief im Meeresboden gespült war.
Internationale Nr. B1076.6 ex.
Position: 53°41'35" N - 07°29'07" E
Kennung: Fl Y 4s
Inbetriebnahme: Mai 2000
Foto: Mai 2026

Leuchtfeuer Fischerbalje

An diesem Messpfahl wurden Unterwassersonden zur Messung von Leitfähigkeit, Wassertemperatur, optischer Transmission, Strömungsgeschwindigkeit, Wasserstand und Wellenhöhe, sowie eine meteorologische Station zur Erfassung von Lufttemperatur, Luftdruck, Windgeschwindigkeit und -richtung, Globalstrahlung und Niederschlag montiert. Die Unterwassersensoren wurden in einer Höhe von 1 bis 1,5 m über dem Meeresboden installiert. Die Stromversorgung erfolgte über zwei Solarmodule.
An der Messstation wurden 10-Minuten-Mittelwerte der Zeitreihen erfasst und an eine Station auf dem Festland übermittelt, wo die Daten gespeichert wurden. Stündlich erfolgte eine Weiterleitung dieser Daten über eine Telefonverbindung an die GKSS. Für die Pfahlstation an der Accumersieler Balje wurden die Salinitäts- und Temperaturdaten unter Einbeziehung aller verfügbaren Messwerte aus dem Zeitraum von 2000 bis 2006 auf Monatsmittelwerte gemittelt. Der Messpfahl wurde in den 2010er Jahren zurückgebaut.

Salzgehalt des Wattenmeers

Die Annahme, dass das Wasser im Wattenmeer leichter sein könnte als das angrenzende Nordseewasser, stützt sich auf Beobachtungen der Salinität und Temperatur. Dabei hat die Salinität einen weitaus größeren Einfluss auf die Dichte als die Temperatur.
Bei einer Temperatur von 10 °C und einer Salinität von 31 PSU führt ein Temperaturanstieg um 2 °C zu einer Dichteabnahme von 0,35 kg m⁻³, wohingegen eine Abnahme der Salinität um 2 PSU eine Dichteabnahme von 1,6 kg m⁻³ zur Folge hat. Zum einen wirken sich Niederschläge im Wattenmeer aufgrund der geringen Wassertiefe der Region stärker aus als in anderen Gebieten. So erhöht beispielsweise ein Regenereignis von 20 mm in einem Bereich mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von lediglich 2 Metern die gesamte Wassermasse um immerhin 1 % und senkt dementsprechend die Salinität. Dieser Effekt wird dadurch verstärkt, dass die Wassertiefe im Wattenmeer nicht gleichmäßig verteilt ist.
Fällt Niederschlag während der Ebbe, trifft das frische Regenwasser auf die trockengefallenen Wattflächen und bildet dort einen Wasserkörper mit sehr geringer Salinität. Aufgrund der starken Strömungen ist die vertikale Durchmischung äußerst effektiv, was zu einem horizontalen Salinitätsgradienten führt, der vom Seegatt in Richtung des Ufers verläuft. Dieser Gradient wird anschließend innerhalb weniger Tage durch Scherdispersion zwischen dem Wasserkörper des Wattenmeeres und der Nordsee abgebaut.
Zusätzlich erhält das Wattenmeer Süßwasser aus Sielanlagen am Festland, die die tiefliegenden Gebiete hinter den Deichen entwässern. Selbst wenn keine dauerhafte Süßwasserquelle vorhanden ist, weist das Wasser des Wattenmeeres daher üblicherweise einen geringeren Salzgehalt auf als der angrenzende Wasserkörper der Nordsee.
Im Ostfriesischen Wattenmeer sinken die Salzgehaltsunterschiede zwischen Hoch- und Niedrigwasser von > 1,6 PSU in den Winter- und Frühlingsmonaten auf < 0,5 PSU im Sommer ab.

 

 

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