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An diesem Messpfahl wurden Unterwassersonden zur Messung
von Leitfähigkeit, Wassertemperatur, optischer Transmission,
Strömungsgeschwindigkeit, Wasserstand und Wellenhöhe, sowie eine meteorologische
Station zur Erfassung von Lufttemperatur, Luftdruck, Windgeschwindigkeit und
-richtung, Globalstrahlung und Niederschlag montiert. Die Unterwassersensoren
wurden in einer Höhe von 1 bis 1,5 m über dem Meeresboden installiert. Die
Stromversorgung erfolgte über zwei Solarmodule. An der Messstation wurden
10-Minuten-Mittelwerte der Zeitreihen erfasst und an eine Station auf dem
Festland übermittelt, wo die Daten gespeichert wurden. Stündlich erfolgte eine
Weiterleitung dieser Daten über eine Telefonverbindung an die GKSS. Für die
Pfahlstation an der Accumersieler Balje wurden die Salinitäts- und
Temperaturdaten unter Einbeziehung aller verfügbaren Messwerte aus dem Zeitraum
von 2000 bis 2006 auf Monatsmittelwerte gemittelt. Der Messpfahl wurde in den
2010er Jahren zurückgebaut.
Salzgehalt des Wattenmeers
Die Annahme, dass das Wasser im Wattenmeer leichter sein könnte als das
angrenzende Nordseewasser, stützt sich auf Beobachtungen der Salinität und
Temperatur. Dabei hat die Salinität einen weitaus größeren Einfluss auf die
Dichte als die Temperatur. Bei einer Temperatur von 10 °C und einer
Salinität von 31 PSU führt ein Temperaturanstieg um 2 °C zu einer Dichteabnahme
von 0,35 kg m⁻³, wohingegen eine Abnahme der Salinität um 2 PSU eine
Dichteabnahme von 1,6 kg m⁻³ zur Folge hat. Zum einen wirken sich Niederschläge
im Wattenmeer aufgrund der geringen Wassertiefe der Region stärker aus als in
anderen Gebieten. So erhöht beispielsweise ein Regenereignis von 20 mm in einem
Bereich mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von lediglich 2 Metern die
gesamte Wassermasse um immerhin 1 % und senkt dementsprechend die Salinität.
Dieser Effekt wird dadurch verstärkt, dass die Wassertiefe im Wattenmeer nicht
gleichmäßig verteilt ist. Fällt Niederschlag während der Ebbe, trifft das
frische Regenwasser auf die trockengefallenen Wattflächen und bildet dort einen
Wasserkörper mit sehr geringer Salinität. Aufgrund der starken Strömungen ist
die vertikale Durchmischung äußerst effektiv, was zu einem horizontalen
Salinitätsgradienten führt, der vom Seegatt in Richtung des Ufers verläuft.
Dieser Gradient wird anschließend innerhalb weniger Tage durch Scherdispersion
zwischen dem Wasserkörper des Wattenmeeres und der Nordsee abgebaut.
Zusätzlich erhält das Wattenmeer Süßwasser aus Sielanlagen am Festland, die die
tiefliegenden Gebiete hinter den Deichen entwässern. Selbst wenn keine
dauerhafte Süßwasserquelle vorhanden ist, weist das Wasser des Wattenmeeres
daher üblicherweise einen geringeren Salzgehalt auf als der angrenzende
Wasserkörper der Nordsee. Im Ostfriesischen Wattenmeer sinken die
Salzgehaltsunterschiede zwischen Hoch- und Niedrigwasser von > 1,6 PSU in den
Winter- und Frühlingsmonaten auf < 0,5 PSU im Sommer ab. |