Harlesiel Nordmole

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Typ: Molenfeuer

Molenfeuer Carolinensieler Balje

Internationale Nr. B1108
Deutsche Nr. 320020
Position: 53°42'35" N - 07°48'37" E
Kennung: Iso R 4 s
Bauwerkshöhe: 4 m
Feuerhöhe: 6 m
Optik: Doppelte Seelaterne
Tragweite: 7 sm
Foto: Oktober 2016

Grauer Mast am nördlichen Hafenkai von Harlesiel, dem Fischereihafen und Fährhafen nach Wangerooge. Gegenüber liegt ein WOMO-Stellplatz. Die Carolinensieler Balje hat bei Niedrigwasser sehr wenig Wasser, fällt aber nicht ganz trocken.
Durch die Schleuse kommt man in den Mahlbusen und zum Binnenhafen. Die Schleuse Harlesiel ist von 07:00 bis 21:00 besetzt. Geschleust wird nur 4 h 30 min vor bis 4 h nach Hochwasser.

Molenfeuer Harlingersiel Sturmschaden am Molenfeuer Harlingersiel
Beim einem Sturm im Januar 2022 wurde der Mast des Leuchtfeuers umgeweht und die Laterne zerstört.


Eine kleine Sturmflut in Harlesiel am 22. Oktober 2014

Die Harlebucht

Die Harlebucht besaß im 12. und 13. Jahrhundert bereits eine große Ausdehnung. Die Katastrophenfluten des 14. Jahrhunderts verursachten weitere schwere Einbrüche und Landverluste. Sie war ursprünglich eine 15 km breite und etwa 10 km ins Landesinnere reichende Meeresbucht, die durch Sturmfluten auch noch größer wurde.
Es gelang nicht, die alte Deichlinie zu halten. Die Deiche reichten damals bis an die Geest. Um 1550 begann die Neueindeichung und Landgewinnung. Große Anstrengungen waren erforderlich, so wurden vom 16. bis zum 20. Jahrhundert dort etwa siebentausend Hektar Nutzfläche gewonnen. Hierfür mussten mehr als 100 Kilometer Deiche gebaut werden. Über Jahrhunderte wurde so fruchtbares Marschenland bis zum Abschluss 1894 mit dem Elisabethgrodendeich gewonnen.

Frühere Harlebucht (blau), die Jahreszahlen auf den Feldern geben das Jahr der Eindeichung an.
Harlebucht
Benutzer:AxelHH, Public domain, via Wikimedia Commons

Das Gebiet zwischen der Deichlinie und dem Wattgebiet bezeichnet man als Deichvorland. Dieses bildet einen wichtigen Bestandteil des Küstenschutzsystems. Durch das Deichvorland wird die bei Sturmflut auflaufende Wellenkraft erheblich gemildert, so dass hierdurch die Deiche geschützt werden. Gleichzeitig besitzt das Deichvorland als besonders schützenswertes Biotop und Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten einen sehr hohen naturschutzfachlichen Stellenwert. Aufgrund dessen wurde das Deichvorland in großen Teilen dem Niedersächsischen Nationalpark Wattenmeer zugeordnet.
Das Deichvorland wird heute aufgrund seiner Bedeutung durch den Lahnungsbau vor Wellen und Strömungen geschützt. Für eine Lahnung werden zwei Pfahlreihen angelegt, die mit Buschwerk und Schüttsteine verfüllt werden. Diese werden in so genannten Lahnungsfeldern angelegt, wodurch das Deichvorland vor Angriffen geschützt wird bzw. auch neues Deichvorland in den Lahnungsfeldern durch Ablagerungen von Schwebstoffen neu gebildet wird.

ElisabethgrodendeichWoge retour

In einer über 20-jährigen Bauzeit wurde der  zwölf Kilometer lange Elisabethgrodendeich zwischen Schillig und Harlesiel erhöht und verstärkt sowie Deichsicherungswege angelegt.
Am 7. September 2018 feierte der Deichband den Abschluss der Arbeiten und die Eröffnung des Küstenschutzcamps auf dem ehemaligen Gelände der Feuerleitstation des Flugabwehrraketenbataillon 26. Auf dem erhöhten Gelände der Radarstation entstand ein rund zehn Meter hoher Aussichtshügel mit Infotafeln zum Deichbau und Küstenschutz in der ehemaligen Harlebucht.
Auf dem Aussichtshügel steht die Betonskulptur "Woge retour" der Künstlerin Uta Grams aus Bassens. Sie symbolisiert den Sinn des Küstenschutzes. Die Deiche an der Küsten sollen die Wellen der Nordsee zurückwerfen.

"Den anstürmenden Fluten soll er Stand halten, der erneuerte Deich – die Wogen zurückwerfen, zurück ins Meer."

 

 

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