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Die
Mitteleuropäische Gradmessung war ein 1861 von dem preußischen General und Geodäten Johann Jacob Baeyer
initiiertes, wissenschaftliches Projekt zur exakten Vermessung der Erdfigur. Es
verband geodätisch-astronomische Messungen zwischen gleichen Breitengrad- und
Längengrad-Messungen in europäischen Staaten miteinander. Durch die geodätischen
Messungen konnte nun die genaue Form und Größe der Erdoberfläche bestimmt
werden. Es war ein entscheidender Schritt zur Vereinheitlichung der höheren
Geodäsie in Mitteleuropa.
Bis 1862 traten Staaten wie Preußen, Österreich, Bayern, Sachsen, Baden,
Schweden, Dänemark, Niederlande, Polen und Norwegen der Mitteleuropäischen
Gradmessungskommission bei. Durch den Beitritt Spaniens und Portugals ab 1867
entwickelte es sich zur Europäischen und 1919 zur Internationalen Gradmessung.
Das Projekt wird heute unter der Schirmherrschaft der International Union of
Geodesy and Geophysics (IUGG) fortgeführt.

Die ehemalige Station Dangast war ein
zentraler Messpunkt für Triangulationen im Rahmen der Mitteleuropäischen
Gradmessung. Diese wurde 1866 auf dem Dangaster Deich errichtet, die heute durch
einen quaderförmigen "Gaußstein" mit der noch teilweise lesbaren Inschrift "Station
Dangast der mitteleuropäischen Gradmessung - 1866" markiert ist. Über
diesem historischen Messpunkt befindet sich ein kleines, nach historischen
Zeichnungen rekonstruiertes Observatorium mit Kupferdach, das den astronomischem
Pfeiler vor der Witterung schützt. Von diesem
Observatorium aus wurden unter Mitwirkung der Katasterdirektion Oldenburg
Vermessungen zur Bestimmung der Erdoberfläche und Erdgestalt durchgeführt. Dabei
hat man auch die Kirchtürme in Varel und Jever angepeilt und vermessen.

Der ursprüngliche Standort des Observatoriums ist durch eine runde Metallplakette auf der Zufahrt
zum städtischen Campingplatz in den Asphalt eingelassen (N53°27’02,6“ - E8°07’35,2“).
Diese Plakette hat die Aufschrift: "MITTELEUROPÄISCHE GRADMESSUNG - STATION
DANGAST, ASTRONOMISCHE ORTSBESTIMMUNG 1866"
Der Mathematiker, Astronom und Geodät, Carl Friedrich Gauß, war auf der
letzten 10-D-Mark-Note der Deutschen Bundesbank abgebildet.
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