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Das heute denkmalgeschützte Pegelhäuschen aus gebranntem Klinker wurde 1956
gleichzeitig mit dem Siel am Hafen von Dangast in Betrieb genommen. Unter dem Pegelhaus befindet sich ein senkrecht
gemauerter Schacht. Ein horizontales Rohr verbindet diesen mit dem freien
Wasserstand im Hafenbecken. Somit ist der Wasserstand im Pegelschacht genauso
hoch wie im Hafen. Die Pegelaufzeichnung funktioniert mit einem
Uhrwerk, das eine Papiertrommel in 24 Stunden einmal um die eigene Achse dreht.
Eine Schreibfeder ist mit einer Zahnradübersetzung über ein Drahtseil mit einem
Schwimmer im Pegelschacht verbunden, sodass sich die an das Registrierpapier
angedrückte Feder mit dem Wasserstand rauf und wieder runter bewegt und somit
eine Tidekurve als fortlaufende Wasserstandslinie auf dem Pegelbogen
aufzeichnet. Dieser Schreibpegel wurde von dem Präzisionsinstrumentenbauer
Rudolf Fuess in Berlin-Steglitz geliefert. 2011 hat der Vareler
Uhrmachermeister Uwe Hespe mit fachlicher Beratung des Dipl.-Ing. Johann Pape
aus Bremen die Feinmechanik restauriert und für das jetzt noch zu beschaffende
Registrierpapier umgebaut. Die regelmäßige Verschlickung des Hafenbeckens und
die Höhenlage des Schachtdeckels begrenzen die Bewegung des Schwimmers und damit
die Aufzeichnung der Tidekurve. Der ehrenamtliche Pegelwärter wechselt das
Papier nur noch ca. alle 10 Tage, so dass sich bis zum Papierwechsel genauso
viele Kurven darauf befinden. Diese analoge Aufzeichnung des Wasserstandes
ist allerdings ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Heute wird der Pegelstand mit
einem modernen Drucksensor im Pegelschacht gemessen und digital an das Dangaster
Siel übertragen. Zusätzlich befindet sich am Siel ein zweiteiliger Lattenpegel.
Am Siel werden bei Niedrigwasser die Sieltore geöffnet, um das Binnenland zu
entwässern.
Die offizielle Wasserstandsmessung am Jadebusen erfolgt über den nahe gelegenen Pegel an der
Vareler Schleuse. Die Daten der Vareler Schleuse dienen
als Richtwert und weichen nur ca. 15-30 Minuten von den realen Gezeiten in
Dangast ab.
Hochwassermarken am Dangaster Sielwerk
Auf dem Höftdeich in Dangast stehen nahe dem Sielwerk sieben markante
Flutsteine, die an die verheerenden Sturmfluten von 1717, 1825, 1855, 1906, 1962 und 2006 erinnern.
Die historischen Hochwassermarken zeigen, wie hoch das Wasser
bei den schlimmsten Nordsee-Sturmfluten aufgelaufen ist.

Der linke Gedenkstein erinnert an die Orkanflut vom 16./17. Februar 1962, als der
Wasserstand eine Höhe von 5,22 Metern erreichte. Der rechte Flutstein wurde zum
Gedenken an die
Allerheiligenflut am 1. November 2006 aufgestellt, als das Niedersächsische Landesamt für
Wasserwirtschaft und Küstenschutz eine Hochwassermarke von 5,33 Metern
ermittelte.
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