Leuchtturm Stilo (Latarnia morska Stilo)

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Typ: Orientierungsfeuer Leuchtturm Stilo
Intern. Nr. C2954
Position: 54°47'12,8"N - 17°44'03,0"E
Kennung: Fl(3) W 12 s  (50°-290°)
Turmhöhe: 33 m
Feuerhöhe: 75 m
Tragweite: 23 Seemeilen
Inbetriebnahme: 1906
Fotos: Archiv WSA Ostsee
1860 wurde auf einer Düne in Osetnik, östlich von Leba, eine rund 20 m hohe, rot-weiße Holzbake in Form eines achtseitigen Pyramidenstumpfs errichtet. Zu deutschen Zeiten wurde dieser Ort Stilo genannt.
Von 1904 bis 1906 wurde rund 1100 m vom Ostseeufer entfernt, auf derselben, etwa 45 m hohen Düne,  ein 16-eckiger Leuchtturm gebaut. Als Fundament dienten schwere Granitböcke, die per Schiff aus Skandinavien herangeschafft wurden. Der Turm hat am Fuß einen Durchmesser von 7,3 Metern und verjüngt sich nach oben. Die gusseisernen, trapezförmigen Elemente wurden von innen verschraubt und an den Fugen mit Blei abgedichtet.

Von außen ist der Turm mit drei horizontalen Streifen in den Farben Schwarz, Weiß und Rot lackiert. Die runde Laterne mit zwei umlaufenden Galerien ist weiß gestrichen.  Insgesamt ist der Turm in 10 Etagen mit Stahlböden aufgeteilt, die mit einer umlaufenden Stahltreppe verbunden sind. In der oberen Etage befindet sich ein mit Kork isolierter und mit Holz verkleideter Wärterraum.
Der Leuchtturm Stilo war von Anfang an mit einer elektrischen Lampe ausgerüstet, deren Optik für ein Blitzfeuer eingerichtet war. Der Strom wurde anfangs in einem Maschinenhaus erzeugt. Als Reservelicht diente eine Gaslampe. 1938 entstand neben dem Leuchtturm ein neues Maschinenhaus und ein Wärterhaus. Als die Polen den Leuchtturm nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Betrieb nahmen, behielten sie den Namen Stilo bei. 1975 wurde der Leuchtturm renoviert und die alte Optik durch drei moderne Lichtpaneele mit 24 Halogenstrahlern auf einem Rotationstisch ersetzt. Heute erfolgt die Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz. Der Leuchtturm Stilo verfügt über einen eigenen Stromgenerator, der den Betrieb bei Stromausfall sicherstellt.

Stilo Drehscheinwerfer

Körtes Drehscheinwerfer mit einer katodioptrischen Scheibenlinse von 250 mm Brennweite sowie einer Otterblende auf einem gemeinsamen Drehtisch. Die Kennung ist eine Blitzgruppe von drei Blitzen: 0,1 Sek. Blitz + 2,9 Sek. Pause + 0,1 Sek. Blitz + 2,9 Sek. Pause + 0,1 Sek. Blitz + 5,9 Sek. Pause. Die gut erhaltene Leuchtfeueroptik aus dem Jahr 1906 befindet sich in der Museumsausstellung von Rixhöft (Rozewie).

Gleichzeitig mit dem Bau des Leuchtturm errichtete man in Strandnähe ein Nebelhorn auf einem 19 m hohen Stahlturm. Die benötigte Pressluft wurde im Maschinenhaus des Leuchtturms erzeugt.
Um 1950 wurde am Strand auf einem rund 20 m hohen Ziegelturm eine neue Luft-Nebel-Schallanlage mit einer Pieterschen Trompete errichtet. Der alte Stahlturm wurde demontiert und für den Leuchtturm Heisternest (Jastarnia) genutzt. Die Nebelhörner stehen heute als Ausstellungsstücke vor dem Leuchtturm Stilo.
1986 wurde die Nebelschallanlage in Stilo, wie fast alle anderen an der Ostsee, dauerhaft außer Betrieb genommen.

Der Leuchtturm Stilo steht unter Denkmalschutz und kann seit 1992 in den Sommermonaten besichtigt werden. 122 Stufen führen bis zur Aussichtsplattform.

Luft-Nebel-Schallanlage Stilo

 

 

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