Die Wahrschau am Mittelrhein

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Die fünf Kilometer lange Rheinstrecke zwischen Oberwesel und St. Goar ist durch den sehr kurvigen und engen Verlauf sowie vielen Untiefen für Schiffe sehr gefährlich. Durch die bergige Landschaft am Loreleyfelsen ist die Sicht auf diesem Abschnitt des Rheins stark eingeschränkt. In diesem Kurvenbereich ist die Fahrrinne außerdem am engsten. Auch eine UKW-Sprechfunkverbindung zwischen Schiffen ist nur eingeschränkt möglich. An der Loreley befinden sich nicht nur die geografisch ungünstigsten Gegebenheiten, sondern auch das stärkste Gefälle und die stärkste Strömung des Rheins.

Revierzentrale Oberwesel

Je nach Größe der Schiffe muss eine Begegnung untereinander vermieden werden. Da aufgrund der Strömung des Rheins nur die Bergfahrt sicher und leicht anhalten bzw. warten kann wird ihr durch die Lichtwahrschau die Größe und Anzahl der zu Tal fahrenden Schiffe angezeigt. Dazu wurden an diesen Engstellen des Rheinabschnitts fünf Signalstellen zwischen Oberwesel und St. Goar eingerichtet, die rund um die Uhr von der Revierzentrale Oberwesel aus geschaltet werden. Die Strecke, die von der Revierzentrale in Oberwesel gewahrschaut wird, befindet sich seit 1. Dezember 2013 im Bereich von Rheinkilometer 548,50 bis Rheinkilometer 555,43 (Wahrschaustrecke). Verantwortlich für die Lichtwahrschau am Mittelrhein ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Bingen.
Signalstelle am OchsenturmAlle Signalstellen befinden sich am linken Rheinufer. An allen Signalstellen außer der Signalstelle "Am Kammereck“ werden durch die Wahrschau-Anzeigetafeln den bergfahrenden Schiffen die Größe der zu Tal fahrenden Schiffe oder Schiffsverbände angezeigt und per Ampelsignal ob die Bergfahrt aktuell gesperrt ist.

Die Signalstelle A "Am Ochsenturm" bei Rheinkilometer 550,57 ist nur für die Talfahrt sichtbar. Eine Ampelanlage, die Talfahrer mit einem weißen Blinklicht vor bergfahrenden Verbänden mit über 110 Metern Länge warnen, die das Betteck zu Berg passieren und mit zwei roten Lichtern zeigen, ob die Talfahrt aktuell gesperrt ist. 
Die Signalstelle B "Am Kammereck" bei Rheinkilometer 552,80 ist ebenfalls nur für die Talfahrer sichtbar. Eine Ampelanlage warnt die Talfahrer mit einem weißen Blinklicht vor bergfahrenden Verbänden mit über 110 Metern Länge, die das Betteck zu Berg passieren und zeigt mit zwei roten Lichtern, ob die Talfahrt aktuell gesperrt ist.

Wahrschau Signalstelle C

Die Signalstelle C "Am Betteck" bei km 553,61 ist nur für die Bergfahrt sichtbar und zeigt die Talfahrt in den Abschnitten 1 bis 3 an drei Signalfeldern an.

Wahrschau Signalstelle D
Die Signalstelle D "gegenüber der Loreley" (Lützelsteine) bei Rheinkilometer 554,34 ist nur für die Bergfahrer sichtbar und zeigt ebenfalls die Talfahrt in den Abschnitten 1 bis 3 an drei Signalfeldern an und hat zusätzlich zwei rote Lichter für die Sperrung der Bergfahrt.

Wahrschau Signalstelle E

Die Signalstelle E "Am Bankeck" bei Rheinkilometer 555,43 ist nur für die Bergfahrt sichtbar und zeigt die Talfahrt in den Abschnitten 3 und 4 an zwei Signalfeldern an. Sie hat ebenfalls rote Lichter für die Sperrung der Bergfahrt.

In der ehemaligen Lotsen- und Wahrschauerstation "am Bankeck" in St. Goar ist heute das Wahrschauer- und Lotsenmuseum untergebracht. Das Museum informiert über die Geschichte und Tradition der Wahrschauer und Lotsen, die den Schiffen bei der Passage der gefährlichen Rheinkilometer ihre Erfahrung und Unterstützung boten. Besichtigt werden kann das Museum von Mai bis September mittwochs und samstags von 14:00 bis 17:00 Uhr. Ferner stehen ehmalige Lotsen für Informationsgespräche zur Verfügung. 

Für die Überwachung und Absicherung des nicht einsehbaren Bereichs gibt es auf der Strecke vier Landradarstationen in Oberwesel, gegenüber dem Kammereck, gegenüber der Loreley und an der Signalstation E An der Bank, deren Radarbilder an die Revierzentrale Oberwesel übermittelt und auf Monitoren angezeigt werden.
Seit 1980 gibt es Funkanlagen in Oberwesel und in St.Goar, die über ein Kabel miteinander verbunden sind, um den Funkverkehr auf UKW-Kanal 10 auch in der kurvenreichen Strecke zu ermöglichen. An einem Ende der Wahrschau Strecke können so die Funksprüche aufgenommen, über das Kabel zum anderen Ende weitergeleitet werden und dort dann wieder ausgestrahlt und von den Schiffen empfangen werden.

Seit 1. Dezember 2013 ist die fünf Kilometer lange Strecke zwischen Oberwesel und Sankt Goar mit vier Wahrschauabschnitten auf ca. sieben Kilometer und sieben Abschnitten erweitert worden:

Abschnitt 1: km 548,50 – km 549,50,
Abschnitt 2: km 549,50 – km 550,57,
Abschnitt 3: km 550,57 – km 551,30, Ochsenturm in Oberwesel bis unterhalb der Insel Tauberwerth
Abschnitt 4: km 551,30 – km 552,40, Tauberwerth bis oberhalb Geisenrücken (Fahrwasserteilung)
Abschnitt 5: km 552,40 – km 553,60, Geisenrücken bis Betteck
Abschnitt 6: km 553,61 – km 554,34, Betteck bis Loreley
Abschnitt 7: km 554,34 – km 555,43, ab Signalstelle E, Bankeck
Jedem der folgenden Streckenbereiche einer Signalstelle ist ein bestimmtes Feld der schwarzen Anzeigetafel zugeordnet. Auf einer Tafel sind zwei oder drei Dreiecke übereinander angeordnet. Die drei Seiten eines jeden Dreiecks bestehen aus Lichtbalken welche einzeln angeschaltet werden können. Dabei gibt es folgende vier Anzeigemöglichkeiten der Lichtbalken:

Wahrschausignale kein Talfahrer
mindestens ein Einzelfahrer bis 110 m Länge zu Tal
mindestens ein Verband bis 110 m Länge oder ein Fahrzeug mit einer Länge über 110 m zu Tal
mindestens ein Verband über 110 m Länge zu Tal

Quellen:
Optimierung der Wahrschauregelung gültig ab 1. Dezember 2013, Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest
Die Lichtwahrschau in der Gebirgsstrecke des Rheins, Petra Schneider WSA Bingen
Wahrschau am Mittelrhein, https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrschau_am_Mittelrhein
Loreleyinfo: http://www.loreleyinfo.de/rhein/wahrschau.php

 

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