Pegel Lobith, Bovenrijn, Tolkamer

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Typ: Pegel Pegel Lobith
Position: 51°51'02,0" N - 06°06'13,5" E
Stromkilometer: 862,20
Messstellennr. 2790050  (03570)
Pegelnullpunkt: NAP + 13 mm
Flussbetthöhe: NAP + 3,20 m
NNW: NAP +6,24 m (12.08.2026)
HHW: NAP +16,87 m (04.01.1926)
Winterdeichhöhe: NAP +19,10 m
Betreiber: Rijkswaterstaat (RWS)
Fotos: 09.08.2026
Der Pegel Lobith befindet sich am rechten Rheinufer im niederländischen Tolkamer, westlich von Emmerich, nahe der Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden.

Die Messstation erfasst die  Wasserstände in Bezug auf den Amsterdamer Pegel. Der aktuelle Messwert wird für die Schiffer auf dem Dach des Messgebäudes sowie für die Bevölkerung auf dem Deich an der Landseite auf roten Digitaldisplays visualisiert. Leider sind diese örtlichen Anzeigen seit 2024 defekt.

Die Wasserstandsmessstation Lobith ist Teil des nationalen Wasserüberwachungsnetzwerks der Niederlande (LMW). Dieses nationale Informationssystem umfasst über 450 Messpunkte zur Echtzeit-Überwachung an der Nordseeküste, am IJsselmeergebiet und an den großen Flüssen und Kanälen.

Der Pegel Lobith ist die wichtigste Schlüsselstation für die gesamte niederländische Wasserwirtschaft. Nach den hier gemessenen Werten steuert Rijkswaterstaat die gesamte Wasserverteilung im Rhein-Maas-Delta sowie die Fahrrinnentiefen für die internationale Binnenschifffahrt in Richtung Rotterdam und der Nordsee.

Pegelanzeige Lobith

Durch die Wehre in Driel, Amerongen und Hagestein wird die Strömung an der Rheingabelung bei Millingen so gesteuert, dass die Waal möglichst 67 % und der Pannerdens-Kanal Richtung Nederrijn 33 % des Rheinwassers erhält. Das Strömungsvolumen in der Waal und im Pannerdens-Kanal wird kontinuierlich durch hydrometrische Messstellen überwacht. Die Ermittlung des Durchflusses erfolgt über die Multiplikation des nassen Querschnitts mit der gemessenen Fließgeschwindigkeit, die mittels Ultraschallsensoren erfasst wird.
Gemeinsam gewährleisten die Wehre eine gleichmäßige Wasserführung im IJsselmeer und die Schiffbarkeit von Nederrijn, Lek, IJssel und Nieuwe Waterweg. Auch angrenzende Wasserverbände sind auf die Wehre angewiesen, um beispielsweise Landwirte ausreichend mit Wasser zu versorgen. Jede Wehranlage besteht aus einer Schleuse und einem Wehr auf einer Wehrinsel. Zusätzlich wurde eine Fischtreppe errichtet.
Durch den Betrieb des Wehrs in Driel fließt ein größerer Anteil des Rheinwassers über die IJssel in das IJsselmeer. Dies verbessert die Schiffbarkeit der IJssel und die Wasserversorgung der nördlichen Niederlande. Gleichzeitig ist es wichtig, dass ausreichend Wasser durch den Rhein fließt. Das Wehr lässt daher stets einen Mindestdurchfluss zu. Dieser Durchfluss ist für die Wasserentnahmestellen der nachgelagerten Wasserbehörden, für die Ökologie und für das Wasserkraftwerk am Amerongen-Wehr erforderlich.
Wegen ausbleibenden Niederschlags hatte der Wasserstand am Pegel Lobith am 4. August 2026 mit 6,34 m den bis dahin niedrigsten jemals gemessenen Wert seit Beobachtungsbeginn im Jahr 1866 erreicht. Aufgrund des niedrigen Wasserstands beschloss Rijkswaterstaat, das Wehr in Driel für die Zeit des Niedrigwassers vollständig zu öffnen. Der Wasserstand ober- und unterhalb des Wehrs war nahezu gleich, sodass das Wehr keine regulierende Funktion mehr erfüllte.

Pegellatte Lobith Pegellatte Lobith
Die Pegellatte Lobith bei Strom-km 662,22 hat
einen Messbereich von 10 bis 15 m.
Die Pegellatte Lobith bei Strom-km 621,50 hat
einen Messbereich 15-18 m.

 

In Deutschland wird ein lokaler Pegelnullpunkt (PNP) an einer Messlatte mit "0 cm" anzeigt. In den Niederlanden dient das Normaal Amsterdams Peil (NAP) – im Deutschen als Amsterdamer Pegel bezeichnet – als amtliche Höhenbezugsfläche für die Wasserstandsmessung. Der Amsterdamer Pegel entspricht näherungsweise dem mittleren Meeresniveau der Nordsee. Schon die preußische Landesaufnahme bezog ihre Höhen ab 1879 auf diesen Punkt ("Normalnull" bzw. NN). Auch das moderne europäische Höhenreferenzsystem (EVRS) nutzt das NAP als Nullniveau.
Auf dem zentralen Vorplatz des Königlichen Palastes in Amsterdam, wurde im Pflaster eine Plakette eingelassen, die genau 1,4278 Meter über dem Nullpunkt (NAP +1,4278 m) liegt. Auf der Metallplatte sind die Buchstaben "N P" für Nullpunkt sowie die drei Kreuze "XXX" aus dem Amsterdamer Stadtwappen eingeprägt. Direkt unter der Plakette führt ein Betonrohr tief in den Boden. Ein darin eingelassener Bolzen dient seit 1955 als unterirdischer Hauptfestpunkt für das europäische Höhenmesssystem.

Die Wasserstandsdaten der vergangenen 30 Tage am Pegel Lobith werden von der niederländischen Behörde Rijkswaterstaat zur Verfügung gestellt.

 

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