Historische Schmiede Kamps

Die historische Schmiede Kamps in Hamminkeln wurde 1797 von Johann Heinrich Kamps (geb. 05.08.1758, gest. 10.04.1932) gegründet. Das Gebäude steht auf dem in alten Unterlagen "Dat Mölleken" genannten Grundstück, heute Blumenkamper Straße 18. Über Generationen hinweg prägte die Schmiede Kamps das örtliche Dorfleben als Hufschmiede und Treffpunkt für Handwerker. Schmiede Kamps

Die Schmiede Kamps war damals ein wichtiger und unentbehrlicher Handwerksbetrieb im Dorf. Der Dorfschmied beschlug die Pferde, bereifte die Wagenräder und reparierte eiserne landwirtschaftliche Geräte und Zubehörteile von Pflug, Karren und Wagen. Bis in die 1920er Jahre fertigte der Schmied kunstvoll in Handarbeit, Nägel, Äxte, Beile, Sensen, große Brotmesser, Rechen, Spaten, Beschläge für Pferdekarren, sowie Anker und Werkzeuge für den Hausbau.
Im Inneren der Schmiede gab es ein großes Schmiedefeuer, wo das Eisen erwärmt wurde, um es bearbeiten zu können. Der Schmiedemeister stand mit einem Lederschurz bekleidet am Amboss, schwang mit kräftigem Arm den Hammer und hielt mit der Feuerzange das Schmiedestück in die Esse. Ab und zu zog er den Blasebalg, dass die Funken im Kohlefeuer sprühten. Nach dem Schmieden wurde das heiße Eisen in einem Wassertrog abgekühlt.
Seit den Anfängen hat die Schmiede einen technischen Wandel durchgemacht und sich den strukturellen Änderungen der Landwirtschaft angepasst. Bis in die 1960er Jahre wurden in Hamminkeln noch Pferde beschlagen. Über Jahrzehnte hinweg verlagerte sich der Schwerpunkt des Betriebs vom Schmiedehandwerk auf den Handel und die Reparatur landwirtschaftlicher Geräte.
Die historische Immobilie war in den vergangenen Jahren Teil kommunalpolitischer Planungen. Ursprünglich sollte die alte Schmiede Kamps einer gewerblichen Bebauung mit Parkplätzen weichen. Damit wäre der zusammenhängende historische Dorfkern unwiederbringlich zerstört worden.
Der neue Eigentümer, Stephan Loskamp, setzte sich dafür ein, die alte Schmiede und das Wohnhaus Kamps an der Blumenkamper Straße / Ecke Hellefisch im modernisierten Backsteinhausstil mit Büros im Erdgeschoss zu bewahren. Die Flächen im Obergeschoss sollen bis auf Weiteres ungenutzt bleiben.
Das Bestandsgebäude wurde in den vergangenen Jahren umfangreich saniert und umgebaut. An der Front zur Blumenkamper Straße wurde vor das Haus eine neue Fassade aus rustikalen Ziegelsteinen gemauert. Damit die ländliche Optik erhalten bleibt, hat man die alten Eisenfenster in die neue Fassade wieder eingesetzt. Dahinter wurden Isolierglasfenster eingebaut. Im gepflasterten Hinterhof sind 14 Stellflächen für Pkws entstanden. Die neuen Büros stehen in Zukunft für Mieter zur Verfügung, die sich bewusst für den Charme eines Gebäudes mit Geschichte entscheiden.

Letzte Aktualisierung: 31. Mai 2026