Leuchtturm Staberhuk

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Typ: Orientierungsfeuer Leuchtturm Staberhuk
Internationale Nr. C1286
Deutsche Nr. 205540
NGA-Nr. 116-3192
Position: 54°24'09,3" N - 11°18'39,1" E
Kennung: Oc (2) WG 16s  [(1s) 3s (1s) 11s]
Sektoren: W 175°-63,5°, G-71,5°, W-90°
Bauwerkshöhe: 22,6 m über Erdboden
Feuerhöhe: 25,5 m über MW
Optik:

Gürtellinse  F = 925 mm,
(17 D, 18 Ko, 8 Ku-Ringe)

Tragweite:

weiß 18 sm, grün 14 sm

Inbetriebnahme: 17. März 1904
Foto: Mai 2020

1903 begannen an der Südostspitze von Fehmarn die Arbeiten an dem runden Turm und dem Wärterhaus.

Die gelben Ziegelsteinen des Leuchtturms wurden später teilweise durch rote Ziegel ersetzt, da sie an der Westseite den wechselnden Witterungseinflüssen nicht standhielten.
Die 2,50 m hohe gusseiserne Laterne und die Galerie mit dem Geländer sowie die 2,41 m hohe und 1,84 m breite Gürtellinse stammen von dem alten englischen Leuchtturm auf Helgoland. Anfangs erzeugte eine zweidochtige Mineralöllampe mit einer Umlaufblende ein weißes,  unterbrochenes Gruppenfeuer.  Die Drehbewegung der Umlaufblende wurde durch ein Uhrwerk in der Laterne erzeugt, dessen Zuggewicht in der Turmmitte hinabgeführt wurde. Die Laufzeit des Uhrwerks betrug 13 Stunden und musste danach von Hand wieder aufgezogen werden. Ein schmaler grüner Sektor verweist auf die Ansteuerungstonne für den Fehmarnsund.
Ende 1928 wurde das Leuchtfeuer elektrifiziert. Als Hauptlichtquelle diente zunächst eine 220 Volt Glüglampe mit 1000 Watt, die eine Lichtstärke von 23.000 Hefnerkerzen erzeugte. Bei Ausfall des elektrischen Stromes oder einem Defekt der Glühlampe wurde auf einem Drehtisch ein hängender Gasglühlichtbrenner in den Fokus der Linse geschwenkt. Heute wird als Lichtquelle eine HQJ-T 400 W  Halogenentladungslampe eingesetzt.
1936 hat man beim Leuchtturm Staberhuk eine Nebelsignalstelle mit einem elektrischen Membransender mit der Kennung: Morsebuchstaben S T (Staberhuk) eingerichtet. 1974 wurde das mechanische Uhrwerk mit dem Zuggewicht ausgebaut und die Umlaufblende elektrisch angetrieben. Um etwa 1987 wurde das Nebelsignal abgeschaltet. 1998 wurde das Ziegelmauerwerk des historischen Leuchtturms saniert, die Laterne entrostet und neu lackiert sowie die Blitzschutzanlage erweitert.
Das Leuchtfeuer Staberhuk bezeichnet als Orientierungsfeuer den Fehmarnsund und wird von der Verkehrszentrale in Travemünde ferngesteuert. Bei Stromausfall steht eine Notstromanlage zur Verfügung. Das alte Wärterhaus wird heute als Ferienhaus genutzt.

Leuchtturm Staberhuk 1903
Leuchtturm Staberhuk 1903,  Bildquelle: Archiv WSA Ostsee

Wegbeschreibung:

Den Leuchtturm Staberhuk, im Südosten der Insel Fehmarn, erreicht man von Burg aus in Richtung Meeschendorf. Im Ort der Straße nach Staberdorf und dem Schild Leuchtfeuer folgen.  Über die Dörpstraat und Staberhuk bis zum Parkplatz neben dem Funkturm der Bundeswehr fahren und das Auto dort abstellen. Rechts am Steilufer dem Trampelpfad für ca. 1 Kilometer zu Fuß folgen. Der Zutritt zu dem umzäunten Gelände ist verboten. Wer mit dem Fahrrad fährt, kann kurz vor dem Parkplatz rechts abbiegen und dann auf dieser Straße bis zum Feuer fahren (für Pkw's verboten).

Inventarienzeichnung für das Leuchtfeuer Staberhuk.  Quelle: Architekturmuseum TU Berlin

Die Insel Fehmarn mit Steilufern und flachen, weit in die See auslaufenden Küstenbereichen, zeigt auf kleinem Raum eine Wiederholung fast der gesamten, sehr abwechslungsreichen Ostseeküste: Hier wie dort gibt es Steilküsten, an deren Abbruchufern das Meer nagt. Hier wie dort wird ständig Bodenmaterial durch küstenparallele Strömungen abtransportiert und an anderen Stellen wieder abgelagert. Die urwüchsigen Steilküsten im Osten der Insel laden vor allem im Frühjahr, wenn Scharbockskraut und Buschwindröschen gelb und weiß durch die noch unbelaubten Bäume und Sträucher leuchten, zu romantischen Spaziergängen ein.
Der expressionistische Maler, Ernst Ludwig Kirchner, verlebte die Sommermonate 1908, 1912, 1913 und 1914 auf der Insel Fehmarn und schuf dort einen wichtigen Teil seines Werkes. 1912 bis 1914 wohnte er in Staberhuk, am südöstlichen Ende der Insel, im Haus der Familie des Leuchtturmwärters Ernst Friedrich Lüthmann. Kirchner malte hier unter anderem den Leuchtturm Staberhuk. Das Originalbild von 1912 hängt im Museum of Art in Pittsburgh, Pennsylvania, USA. Nähere Informationen gibt es in der "E. L. Kirchner Dokumentation" in der Stadtbücherei von Burg auf Fehmarn, Bahnhofstraße 47.

 

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