Die Moderatorlampe ist eine Leuchte, die mit Pflanzenöl betrieben wird. Sie wurde
1836/37 von dem Franzosen Charles-Louis-Félix Franchot entworfen und ersetzte
die zuvor weit verbreitete Carcel-Lampe, auch Uhrlampe genannt, deren Brennstoff
mithilfe eines mechanischen Uhrwerks gefördert wurde. Bei der Moderatorlampe
wurde der Brennstoff durch ein Rohr mit einer Feder, die einen Kolben betätigte,
nach oben gedrückt. Die Konstruktion war einfacher und daher wartungsärmer
als die Uhrlampe. Wie
bei der älteren Carcel-Lampe befand sich der Ölbehälter unter dem Brenner,
wodurch eine Beleuchtung in alle Horizontalrichtungen
ermöglicht wurde. Bei noch früheren Öllampen, wie beispielsweise der
Argand-Lampe, befand sich der Brennstoffbehälter oberhalb des Brenners. Dies
erhöhte die Kippgefahr, da der Schwerpunkt relativ hoch lag, und führte außerdem
zu einer teilweisen Lichtabschattung. Die neuen technischen Eigenschaften der
Moderatorlampe machten sie unter anderem für den Einsatz in Leuchttürmen
geeignet. |

Foto:
Nordiska museet,
CC BY-NC-ND |
Konstruktion: Franchots Moderatorlampe versorgt den Docht mithilfe eines
federbelasteten Kolbens mit Öl. Dieser erzeugt einen mechanischen Druck in einem
zylindrischen Ölbehälter. Ein Regelmechanismus, der sogenannte Moderator,
gleicht die abnehmende Federkraft beim Absenken des Kolbens aus. Der Moderator
besteht aus einer Nadel, die sich in einem Steg in der Mitte des Kolbens
befindet. Befindet sich die Druckfeder nahe dem oberen Ende des Ölbehälters,
gleitet die Nadel über die gesamte Länge des Stegs. Beim Absenken von Kolben und
Rohr und der damit einhergehenden Abnahme der Federkraft wird die Nadel aus dem
Rohr gezogen, wodurch der Ölfluss auf weniger Widerstand stößt. Ein
gleichmäßiger Ölstrahl fließt nach oben zum Docht, während überschüssiges Öl
zurück in den Behälter oberhalb des Kolbens fließt. Diese Lampenart wurde mit Pflanzenöl wie
z. B. Rapsöl betrieben. Die Öle waren zu zähflüssig, um ohne zusätzlichen mechanischen
Druck im Docht nach oben zu fließen. Leichtfließendes Petroleum für
Beleuchtungskörper gab es damals noch nicht. Ein Nachteil der Moderatorlampe
war, dass sie mehrmals am selben Abend mit dem Schlüsselschalter aufgezogen
werden musste. Andernfalls brannte der Docht durch. Moderatorlampen wurden im
späten 19. Jahrhundert häufig zur Beleuchtung von Wohnhäusern und Leuchttürmen
eingesetzt. Diese Lampenart wird manchmal als die kleine Schwester der
Petroleumlampe bezeichnet. |
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